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Die Truppen der „Tirailleurs sénégalais“ im Jahre 1917

1917: DIE HEKATOMBE DER SENEGALESEN AUF DEM SCHLACHTFELD DES CHEMIN DES DAMES

In den frühen Morgenstunden des 16. April 1917 stürmten mehr als 15 000 Soldaten des Schützenregiments „tirailleurs sénégalais“ die Hügelkette am Chemin des Dames. Sie waren von der Nachtkälte halb gelähmt und behindert. Sie wurden so rasch von deutschen Maschinengewehrstellungen hingemäht, die später erst nach tagelangen Bombardierungen vor der eigentlichen Offensive ausgelöscht werden konnten. An einem einzigen Tag, dem genannten 16. April, fielen 1 400 „Sénégalais“ beim Kampf um die Eroberung der Anhöhe Mont des Singes und der Einnahme der Bauerhöfe von Moisy und Hurtebise sowie auf den Talhängen des Flüßchens Ailles…

Die Schützenregimenter der so genannten „tirailleurs sénégalais“ des Krieges von 1914-1918 stammten tatsächlich aus allen Kolonien des ehemaligen Französisch-Westafrika (Afrique-Occidentale Française): Heute heißen diese Staaten Senegal, Elfenbeinküste, Benin, Guinea, Mali, Burkina-Faso, Niger und Mauretanien. Die meisten dieser Regionen standen noch nicht einmal 30 Jahre unter französischer Verwaltung. Die Eroberung von Dahomey (heute Benin) erfolgte z.B. erst 1892-1893.  Diese Afrikaner, die zur Verteidigung der französischen Republik angetreten waren, hatten keine Bürgerrecht und verstanden nur Rudimente der französischen Sprache.  Tirailleur Sénégalais
Senegalesischer „Schützengrabenreiniger“
Marinemuseum / Fréjus

1917 wurden die „tirailleurs sénégalais“ erstmals in großer Zahl rekrutiert. Die fürchterlichen Verluste des Kriegsjahres 1914 hatten es notwendig gemacht, auf Kolonialsoldaten aus den westafrikanischen Kolonien zurückzugreifen. Mehr als 50 000 wurden in den Jahren 1915-1916 manchmal mit brachialen Methoden rekrutiert, wobei Tausende umkamen und Hunderte von Dörfern in Brand aufgingen, insbesondere im heutigen Burkina-Faso, was den Historiker Marc Michel zu der Aussage veranlasste, dass dadurch damals die „größte antikolonialistische Revolte in Französisch-Schwarzafrika“ angefacht wurde.

General Nivelle hatte seinen Vorgänger Joffre Dezember 1916 abgelöst, um die Offensive zu führen, die er als entscheidenden Schlag darstellte und zu deren Durchführung er in einer eigenhändig unterzeichneten Note folgende Idee akzeptierte:   Lasst es uns an schwarzem Blut nicht sparen, um ein wenig weißes zu bewahren...“ Ansonsten hatte Nivelle den Oberbefehl über die 6. Armee, die am Abend des 16. April in Laon einziehen konnte, dem General Mangin übertragen. Letzterer erhoffte sich vom Chemin des Dames eine Gelegenheit, seine Idee der „Force noire“ - (also die Afrikanertruppe), wie er sein im Jahre 1910 veröffentlichtes Buch betitelte – triumphieren zu lassen. Also stellte Mangin „seine Senegalesen“ auf beiden Flügeln der Armee auf und liess sie gleichtzeitig bei Vauxaillon-Laffaux und bei Paissy-Hurtebise angreifen.

 43e Bataillon de Tirailleurs Sénégalais
Das 43. Bataillon der „Tirailleurs Sénégalais“
Bruno METAIS
20 Bataillone, d.h. ca.
15 000 Mann, wurden in die erste Linie gestellt. Sie verbrachten die Wintermonate in den Armeeunterkünften in Südfrankreich. Den wirklichen Winter erlebten sie also erst beim Eintreffen an der Front im Departement Aisne! Mindestens 1 100 mussten daher bereits vor dem 15. April wegen Lungenentzündungen und Erfrierungen evakuiert werden

Während der ersten beiden Tage der Offensive, am 16. und 17. April, verloren die Truppen des Schützenregiments der Tirailleurs Sénégalais nicht selten drei Viertel ihrer Männer. Ihre weißen Offiziere und Unteroffiziere fielen mit ihnen zusammen. Die bis dahin verschont gebliebenen Reste der Einheiten sollten am 18. April abgelöst werden. General Mangin gewann in den Kämpfen um den Chemin des Dames den Titel eines „Schlächters“ und eines „Schwarzenvernichters“ (broyeur de Noirs), was seinen Befehlshaber Nivelle dazu veranlasste, ihm am 29. April das Kommando der 6. Armee abzunehmen.  

Aber schon Anfang Mai 1917 waren afrikanische Soldaten erneut zur Front am Chemin des Dames zurückgekehrt, wo sie den ganzen Sommer bis zur Malmaison-Offensive Ende Oktober kämpften.

Zu sehen





Dokumente

L'hivernage dans les camps du Midi

Pays d'origine des tirailleurs morts le 16.04.1917 au Chemin des Dames


Année de recrutement des tirailleurs morts le 16.04.1917 au Chemin des Dames


Courbe des décès de tirailleurs en 1917 au Chemin des Dames


Répartition des troupes coloniales sur le front Nord et Nord-Est


Composition d'une compagnie de tirailleurs sénégalais d'une compagnie de renfort


Informations relatives au départ des combattants africains vers la zone des Armées


Répartition des Bataillons de Tirailleurs sénégalais (21.02.1917)


Note du Général Nivelle - 21.01.1917


Comité secret du 29 juin 1917

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