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DIE EINNAHME DER DRACHENHÖHLE (Juni 1917)

Am Abend des 16. April 1917 hatten die französischen Truppen auf dem Plateau Fuß gefasst und sich zwei im Frühjahr und Sommer 1917 besonders umkämpften Positionen, dem Hofe Ferme d'Hurtebise genähert und dem, was noch vom Denkmal der Schlacht von 1814 übrig war. Das 4. Zuavenregiment war in die Höhle eingedrungen, die man bereits anfing "Drachenhöhle" (Caverne du Dragon) zu nennen, und kontrollierte die nach Süden, auf das Aisne-Tal zeigenden Eingänge. Doch die Deutschen hielten noch stets den Hauptteil dieser riesigen unterirdischen Festung besetzt, in der sie sich seit 1915 eingerichtet hatten, und von wo sie heftige Gegenangriffe führte.

Seit mehr als zwei Wochen wüteten erneut Kämpfe zwischen Hurtebise und Craonne und das 152. Infanterieregiment hatte Ende Mai schwere Verluste auf dem Plateau des Casemates erlitten. Manche der Männer können nicht mehr. Der Versuch von 39 Männern der 10. Kompanie und des 3. Bataillons, am Abend des 24. zu verschwinden, um nicht an dem Angriff teilnehmen zu müssen, sollte nicht verschwiegen werden. Nachdem sie die Nacht versteckt in einer Felshöhle verbracht hatten, wurden sie am Nachmittag des 25. aufgegriffen und zum Zeitpunkt des Angriffs an die vorderste Front gestellt.
Am 25. Juni, vor Morgengrauen wird zunächst versucht, etwa 200m³ Phosgen-Gas ("Collongite") in die Höhle einzuleiten, in der Hoffnung, die Besatzer zu ersticken. Doch die Deutschen hatten ihre Vorkehrungen getroffen.

 Couverture d'un petit livre de la collection
Titelseite eines kleinen Buches der Kollektion "Patrie" (Vaterland), in das den Angriff vom 25. Juni verherrlicht.                           

Nach einer kurzen aber intensiven Vorbereitung der Artillerie beginnt um 18.05 Uhr der Angriff. Der die 164. Division kommandierende General Gaucher hat das 3. Bataillon des 152. Infanterieregiments, das Bataillon Moréteaux des 334. Infanterieregiments und mehrere Freikorps-Gruppen und verschiedene Einheiten, insbesondere das 41. Bataillon der Infanteriejäger für den Angriff bestimmt. Den Sturmtruppen gehen mit Flammenwerfern ausgerüstete Soldaten voraus, die die deutschen Widerstandsposten vernichten sollen. Im Ganzen nehmen etwas mehr als 2000 Mann an dem Angriff teil.

 

Um 21 Uhr wird die Drachenhöhle trotz zweier deutscher Gegenangriffe eingenommen! Die Franzosen machten mehr als 300 Gefangene (je nach Quelle 304 oder 327), etwa die Hälfte davon in der Höhle und unter Umständen, in der die Rolle des 152. und 334. Infanterieregiments nie vollständig geklärt werden konnte. Die Gesamtverluste der Franzosen beliefen sich auf 329 Mann: 79 Tote, 283 Verwundete und 12 Vermisste. Die deutschen Verluste sind nicht bekannt.

Die Einnahme der Drachenhöhle hatte keinen Einfluss auf den Kriegsverlauf. Dieses Gefecht mit begrenzter Zielsetzung entsprach der neuen Strategie des Generals Pétain. Die Schlacht "der Beobachtungsposten" sollte noch bis Juli am Chemin des Dames weitergehen. Es gelang den Deutschen bei einem Angriff am 26. Juli im Nordteil der Höhle wieder Fuß zu fassen… Die Höhle war nur einen Monat vollkommen in französischer Hand geblieben. Doch mit einer so hohen Zahl von Kriegsgefangenen und mit diesem geheimnisvollen Namen der Drachenhöhle erhält der Angriff vom 25. Juni ein noch nicht da gewesenes Medieninteresse. Die Sonderkorrespondenten der Pariser Zeitungen werden vom Oberkommando nach Beaurieux eingeladen, um dort die Gefangenen und die Truppen zu interviewen, die an dem Angriff teilgenommen haben. Die Einnahme der Höhle macht in ganz Frankreich Schlagzeilen. Dem 152. Infanterieregiment bringt sie neue Lorbeeren. Am 10. Juli erhält das Regiment seine vierte lobende Erwähnung mit der Fangschnur in den Farben der Médaille militaire. Eine Abordnung mit der Flagge des 15/2 darf an der Parade des 14. Juli in Paris teilnehmen. 1936 veröffentlicht der General Gaucher die Geschichte der 164. Infanteriedivision unter dem Titel: "La Division du Dragon" (die Division des Drachen).


Die Regimenter, die an dieser Schlacht teilgenommen haben  

           
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